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Wie einige vielleicht schon mitbekommen haben, werden die IPv4-Adressen langsam knapp. Daher wurde vor ca 15 Jahren das Internet Protocol Version 6 (IPv6) geboren.
Was IPv6 genau ist und macht, könnt ihr im Wikipedia nachlesen. Ich möchte euch lieber zeigen, wie Ihr selbst IPv6 bei euch zu Hause nutzen könnt.

IPv6 Tunnelbroker

Wer von seinem Internet Service Provider keine IPv6-Adresse zugewiesen bekommt, ist auf einen Tunnelbroker angewiesen um IPv6 nutzen zu können. Die bekanntesten Tunnelbroker sind gogo6, Hurricane Electric und SixXS.

Die einfachste Möglichkeit ist hier der gogoCLIENT von gogo6.com. Um den Client herunterladen zu können, müsst ihr gogoNET beitreten. Dies geht recht unkompliziert über einen bestehenden Facebook-, Google oder Yahoo-Account. Alternativ könnt ihr aber auch einen neuen Account anlegen.
Nachdem Ihr euch bei gogoNET angemeldet und eingeloggt habt, könnt ihr über „Freenet6“ => „Download“ den gogoCLIENT für Windows 32Bit und 64Bit herrunterladen. Linux-User finden hier auch den Source Code, um den Client selbst zu kompilieren. Davon rate ich aber ab, und empfehle euch den Client über die Paketverwaltung eurer Distribution zu installieren.

gogoCLIENT unter Windows

Die Installation des Clients ist selbsterklärend. Einfach die Installationsdatei herunterladen und starten. Danach „I Agree“, „Weiter“, Install, dem Treiber vertrauen/installieren und Fertig.
gogoclient-01
Nun könnt ihr den Client starten. Ihr habt die Möglichkeit den Client Anonym zu verwenden oder mit einer separaten Freenet6 Account. Zum Anfang reicht die Anonyme Möglichkeit. Also einfach auf „Connect“ klicken und Ihr könnt bereits IPv6 nutzen.

gogoCLIENT unter Ubuntu/Debian

Ubuntu bzw. Debian User haben es noch einfacher. Hier musst der Client einfach nur über die Paketverwaltung installiert werden.
Ich verwende dazu immernoch ganz old School APT-Get auf der Shell.
sudo apt-get install gogoc

Nachdem der Client installiert könnt ihr auch schon IPv6 nutze. Der Client wird automatisch bei jeden Start über „/etc/init.d/gogoc“ gestartet.
Wenn Ihr einen Freenet6 Account habt, beendet den gogoClient über „sudo /etc/init.d/gogoc stop“. Dann könnt eure Zugangdaten mit Root-Rechten (sudo) in der Datei „/etc/gogoc/gogoc.conf“ eintragen. Gebt als „userid“ und „passwd“ die Zugangsdaten des Freenet6 Account an. Zu beachten ist, dass dies nicht die Zugangsdaten von gogoNET.
Als „server“ müsst ihr dann „authenticated.freenet6.net“ und bei „auth_method“ => „passdss-3des-1“ eintragen. Danach müsst ihr den Client kurz manuell starten „sudo gogoc -n“ und dem Server-Key mit „Y“ zustimmen. Nun könnt ihr den Client wieder schließen und über „sudo /etc/init.d/gogoc start“ starten.

IPv6-Subnetz

Wer IPv6 dauerhaft und ohne Zusatzsoftware verwenden will, dem empfehle ich ein IPv6-Subnetz bei SixXS zu beantragen. Die Anmeldung bei SixXS ist zwar aufwändig, aber es lohnt sich. SixXS arbeitet mit einem Credit-System. Nach der Registrierung hat man 25 Credit. Den Tunnel zu beantragen kostet 10 Credits. Wird dieser zugelassen, kostet das noch mal 5 Credits. Um ein ein IPv6-Subnetz beantragen zu können, benötigt man aber 15 Credits, die man verdient, in dem der Tunnel eine Woche durchgelaufen ist.

Eine sehr ausführliche Anleitung wie man einen Tunnel und Subnetz bei SiXS beantragt, findet man in den FAQ der Firma AVM: http://www.avm.de/de/Service/FAQs/FAQ_Sammlung/15727.php3
Eine weitere Anleitung in Englisch gibt es im AsusForum: http://wl500g.info/showthread.php?t=1685

IPv6-Subnetz unter Windows nutzen

Ab Windows XP wird das IPv6-Protokoll mitgeliefert. Es muss nur in den den Adapter-Einstellungen eurer Netzwerkkarte über „Installieren“ aktiviert werden. Wenn ihr bei SixXs ein IPv6-Subnetz beantragt habt und den Tunnel in eurem Router eingetragen habt, dann müsst ihr nur noch in den Adapter-Einstellungen über Eigenschaften eine IP-Adresse aus eurem IPv6-Subnetz eintragen. Als Standardgateway gebt ihr die IPv6-Adresse eures Routers an.
eth0-01 eth0-02

IPv6-Subnetz unter Ubuntu nutzen

Bei Ubuntu kann die IPv6-Adresse über den NetworkManager eingetragen werden.
Beispiel Lubuntu:
eth0-04

Alternativ kann man die IPv6-Adresse auch ganz old School in die „/etc/network/interfaces“ eingetragen werden:
eth0-05

Windows 7 mit Teredo

Unter Windows 7 ist standardmäßig IPv6 und damit Teredo aktiviert. Im Blog von Daniel Espendiller findet man dazu weitere Informationen und eine Anleitung:
http://www.espend.de/artikel/ipv6-tunnel-internet-unter-windows-7-mit-teredo-oder-broker-nutzen.html

IPv6 testen

Wer bei sich nun IPv6 eingerichtet hat, kann mit einem Ping testen, ob alles richtig funktioniert.
Windows: ping -6 www.six.heise.de
Linux: ping6 www.six.heise.de

Webseiten welche bereits IPv6 unterstützen

Noch gibt es nicht viele Seiten, welche bereits per IPv6 erreichbar sind. Hier mal eine kleine Auswahl:

http://www.six.heise.de/
http://ipv6.google.com/
http://www.v6.facebook.com/

Weitere Seiten findet man z.B. bei SixXS:
http://www.sixxs.net/misc/coolstuff/

Natürlich ist auch mein eigener Blog und der meiner Blognachbarn bereits per IPv6 aufrufbar:
http://ipv6.datafreak.eu/ (IPv6 only)
http://ipv6.niljuha.de/ (Dual-Stack)
http://ipv6.skinnynet.de/ (Dual-Stack)

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